Schulwege checken und Zähne
zeigen
Die Schulkinder der städtischen „KiTa im Grünen“ Semd,
also die Kinder, die im Sommer eingeschult werden, haben sich kürzlich viel
Zeit genommen, um den zukünftigen Schulweg besser kennen zu lernen. Das ist
in Semd zwar der gleiche wie zur KiTa, aber vielleicht gehen die Kinder ja
ab Sommer schon alleine los und dann sollten sie wissen, worauf es im
Straßenverkehr ankommt. Dazu hatte die KiTa Herrn Schmitt von der
Verkehrspolizei eingeladen, der sich sehr freundlich und kindgerecht mit den
Kindern befasst hat. Gemeinsam ging die Gruppe die Schulwege ab und
besprach, dass die Großen, wenn sie im Auto sitzen, die Kleinen manchmal gar
nicht sehen können. Umso wichtiger war es zu lernen, wie man sich als Kind
im Straßenverkehr richtig verhält, sich „sichtbar“ macht und eine Straße
überquert. Und wenn ein richtiger Polizist das sagt, dann bekommt alles, was
die Eltern und Erzieherinnen schon längst vermittelt haben, noch einmal
große Bedeutung. Natürlich durften die Kinder auch noch das Polizeiauto
besichtigen und viele neugierige Fragen stellen.
Und dann war da noch der Termin beim Zahnarzt. Auch der
steht bei den städtischen Kitas im pädagogischen Programm, denn gesunde
Ernährung und Zahnpflege sollen dazu beitragen, dass es möglichst lange
heißt „Er hat überhaupt nicht gebohrt“. Für die „Kita im Grünen“ ist Frau
Dr. Hey in Groß-Umstadt die Ansprechpartnerin, die den Kindern immer wieder
gerne ihre Praxis zeigt und einen Film vorführt. Jedes Kind darf auch mal
einen Mundschutz tragen und wer möchte, darf es sich im Behandlungsstuhl
bequem machen und sich in den Mund schauen lassen - verbunden mit dem Spaß,
mal zu zählen, wie viele Zähne man so hat …
Frühes Forschen fördert Lernkompetenzen
Frühkindliche Forschergruppe in der Kita Semd

Die bedeutendsten Lernleistungen vollbringen
Menschen im frühkindlichen Alter. Die Motorik wird genau so schnell
entwickelt wie das wichtigste Kommunikationsmittel, die Sprache. Die
Kinder sind wissensdurstig und lernhungrig. Sie erforschen ihre
Umwelt gerne mit allen Sinnen und versuchen die Welt im wahrsten
Sinne des Wortes zu „begreifen“. Sie lernen durch Imitation und
Ausprobieren, also durch praktisches Handeln. An diesen optimalen
Lernvoraussetzungen knüpft die Arbeit der „Forscherkinder“ in der
Kita in Semd an. Die Kinder im Alter von 1,5 bis 3 Jahren werden
dabei unterstützt, ihrem eigenen Forscherdrang nachzugehen und den
Dingen auf den Grund zu gehen. Ansatzpunkte hierfür sind keine
abstrakten, vorgegebenen Lehrpläne, sondern stets für die Kinder
sicht- und erlebbare Naturphänomene.
In den letzten Wochen waren die Kinder -
erfreulicher Weise doch noch einmal in diesem Winter - mit Kälte,
Eis und Schnee konfrontiert. In der Kita beobachteten sie mit großem
Staunen ein Schneegestöber und wollten dieses Naturphänomen sofort
erkunden. Durch die natürliche Neugierde der Kinder entstand ein
Forschungsprojekt: „Zustände von Wasser“. Schnee ließ sich ertasten
und schon war klar, dass er bei Zimmertemperatur schnell zu Wasser
schmolz. Beim Spaziergang im kalten Winterwetter konnten gefrorene
Pfützen untersucht und der Frage nachgegangen werden, warum flache
Pfützen vollkommen vereist waren und tiefe Pfützen nur mit einer
Eisdecke zugefroren waren. Schon stellten sich Fragen, wie die Tiere
eigentlich bei Kälte, Eis und Schnee überwintern können. Indem die
Kinder Wasser- und Fruchteis selbst herstellten, konnten sie Eis
auch schmecken und genießen. Aus dem gemeinsamen Singen von
bekannten und neuen Singspielen ergaben sich weitere wertvolle
Erkenntnisse (z.B. „Ich bin ein kleiner Eisbär“) und Fragen (z.B.
„Pinguinlied“). Aus Kinderbüchern erschloss sich die Lebensumwelt
von Eisbären und Pinguinen.
Kinder haben den natürlichen Drang, ihre Umwelt
verstehen zu wollen. Diese Motivation aufmerksam aufzugreifen und in
gemeinsame, kindgerechte Lernprozesse überzuführen ist Ziel in der
Semder Kindertagesstätte.
Forschen und Experimentieren
Kooperation von Schule und Kita „Im Grünen“ in Semd
Nachdem im Oktober 2011 Lehrerinnen und
Erzieherinnen der Stadtteile Semd, Wiebelsbach und Heubach in der
Semder Grundschule „Im Grünen“ eine sogenannte Tandemfortbildung mit
dem Thema „Naturwissenschaftliches Forschen“ besucht hatten, war es
am 30.11. soweit: Semder Schülerinnen und Schüler der 1. Klasse und
die fünf- bis sechsjährigen Forscherkinder der Kita trafen sich
erstmals zum gemeinsamen Experimentieren in der Forscherwerkstatt,
die in den Räumen der Schule untergebracht ist und von beiden
Einrichtungen genutzt wird.

Dies ist ein gutes Beispiel für die
einrichtungsübergreifende Zusammenarbeit. Gemeinsam erwerben Schul-
und Kitakinder den Zugang zu naturwissenschaftlichen Themen und
haben Freude am Experimentieren und Beobachten von Phänomenen.
Vorhandene Räume werden ebenfalls optimal genutzt. Diese Kooperation
von Erzieherinnen und Lehrerinnen erleichtert den zukünftigen
Schülern und Schülerinnen den Übergang von der Kita in die Schule.
Voraussetzung hierfür ist ein vertrauensvolles Zusammenwirken aller
beteiligten Personen.
Unser konkreter Forscherauftrag an diesem Tag
lautete: Warum schäumt Brause? - Es bildeten sich mehrere
Kleingruppen, an denen jeweils Schüler und Kitakinder beteiligt
waren. Jede Gruppe durfte drei weiße Pulver untersuchen: 1x Natron,
1x Zitronensäure und 1x Zucker - verteilt in Petrischalen. Durch
Mischen, Schmecken und Befeuchten mit Wasser fanden die
Forscherkinder zu ihren Ergebnissen, die sie auf einem
Beobachtungsblatt entweder aufschrieben oder durch Zeichnungen
festhielten.
In einer anschließenden Reflexionsrunde stellten
die Kleingruppen ihre Beobachtungen vor und kamen zu einem klaren
Ergebnis: Brause kann nur schäumen, wenn Natron, Zitronensäure und
Zucker gemischt werden. Zucker und Natron oder Zucker und
Zitronensäure alleine rufen keine Reaktion hervor. Stolz tauschten
die Gruppen ihre Ergebnisse aus. Alle Forscherkinder waren sich
einig, dass dies nicht die letzte gemeinsame Forscherstunde sein
sollte, sondern noch viele weitere folgen sollen.
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