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Geht der Alltag ohne Plastik …?

Die Stadt Groß-Umstadt hatte für Donnerstag, den 22.09., zu einem Agenda-Forum in das Pfälzer Schloss eingeladen und ca. 70 Interessierte waren gekommen, in der Mehrheit Schülerinnen und Schüler des Max-Planck-Gymnasium.

Reiner Michaelis von der Stadtverwaltung begrüßte alle Besucher und die Gastreferentin Nicole Flöper vom NABU-Bundesverband aus Berlin. Er ging auf die kommunale Nachhaltigkeitsagenda der Stadt ein, die seit 2001 laufenden Projekte und Beteiligungsverfahren, den Titel „Faitrade-Stadt“, den entstehenden Weltladen und die zahlreichen Aktivitäten zum Trinkwasserschutz, zur Bewahrung der Streuobstwiesen und vieles mehr.

Nach der kurzen Einführung startete Frau Flöper mit einem kurzen Film über eine Müllsammelaktion in Berlin, bei der auf 70 Meter Kanalstrecke von Tauchern eine Tonne Müll aus dem Wasser gezogen wird. Wie sehr insbesondere Plastik unsere natürliche Umgebung gefährdet, es unseren Alltag bestimmt, war dann das Thema des Abends. Und der verlief sehr locker, weil die Referentin darauf verzichtete, einen Vortrag zu halten. Stattdessen ging sie nach kurzen Inputs in den Dialog mit den Besuchern, und so entstand ein fast eineinhalbstündiges Gespräch rund um die Frage, ob und wie es gelingen kann, im Alltag auf Plastik zu verzichten.

Ist es möglich, beim Einkaufen ein Gefäß mitzubringen und sich Lebensmittel dort einfüllen zulassen? Bei welchen Produkten gibt es statt Plastik- auch Papier- oder Glasverpackung? Allein der Blick auf diese Fragen habe ihr „eine ganz neue Welt eröffnet“, beim Einkaufen bedeute es allerdings Einschränkung … An Grundnahrungsmitteln habe es ihr trotzdem nicht gefehlt. Brot backe sie jetzt selber, gehe häufig auf den Wochenmarkt und erlebe neue Abwechslung auf dem Teller. Sie koche jetzt mit dem, was gerade zu bekommen sei. Erstaunt habe sie, dass selbst in Bioläden Plastiktüten bei Obst und Gemüse Standard seien und es Milchprodukte selten im Glas gebe.

Fast hilflos sei sie sich bei der Frage vorgekommen, wie ihre Kosmetik verpackt sei, aber insbesondere, welche Inhaltsstoffe darin enthalten seien. Mikroplastik und Hormone in Körperpflegeprodukten? Keine Kläranlage filtert sie aus, sie gelangen über den Wasserkreislauf in die Nahrungskette, können Schildkröten unfruchtbar machen und noch völlig unklar ist, wie sie sich auf den Menschen auswirken.

Auf die Frage, ob sie dieses veränderte Kauf- und Verbraucherverhalten teurer gekommen sei, kam die beruhigende Feststellung, dass sie am Anfang mehr Geld ausgegeben, sich das aber mit zunehmender Erfahrung zum Ende des Monats ausgeglichen habe.

Die Besucher zeigten sich angetan von der Idee, über den Plastikverbrauch nachzudenken, wo möglich auch bewusster damit umzugehen und den Einzelhandel auf Alternativen anzusprechen. Auf die Frage, was jeder nun persönlich anzupacken gedenke, kamen viele sehr ehrliche Aussagen, die angesiedelt waren zwischen „wir werfen viel zu viele Lebensmittel weg, müssen abends um 22 Uhr unbedingt frische Brot kaufen“ bis zur Anmerkung eines Schülers: „Ich werde das alles meinen Eltern sagen, denn die kaufen ein ….“.