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Mobilität

Bürgerbefragung zum Radverkehr

Die Stadt Groß-Umstadt plant die vorhandenen Radverkehrsanlagen hinsichtlich der aktuellen rechtlichen Rahmenbedingungen zu überprüfen und zu einem geschlossenen und verkehrssicheren Radverkehrsnetz zusammenführen. In Zusammenarbeit mit der Hochschule Darmstadt – Studentisches Projektbüro Verkehrswesen – soll deshalb ein Radverkehrskonzept entwickelt werden, das als Planungsgrundlage für den weiteren Ausbau des Radwegenetzes und der Verbesserung der vorhandenen Infrastruktur dienen soll. „Die Benutzung des Fahrrads als umweltschonendes Verkehrsmittel soll auf diese Weise verstärkt attraktiv gemacht werden, damit möglichst viele Fahrten mit dem Auto – insbesondere Kurzstreckenfahrten – unterbleiben“, begründen die Verantwortlichen das Vorhaben.

Im Rahmen der diesjährigen Energie-Messe präsentiert sich die Hochschule Darmstadt am Samstag, den 12. September, von 11 Uhr bis 17 Uhr mit einem Informationsstand in der Stadthalle. Interessierte Radfahrer, aber auch alle anderen Bürger, haben die Möglichkeit, einen Fragebogen zum Radverkehr in Groß-Umstadt auszufüllen und ergänzend dazu anhand einer Mängelkarte Kritik und Anregungen zu den Radverkehrsanlagen in Groß-Umstadt auf eine Übersichtkarte zu „pinnen“.

Der Magistrat bittet die Umstädter Bürger darum, „sich an der Befragung zu beteiligen und ihre vielfältigen praktischen Erfahrungen als Fahrradfahrer in Umstadt in eine Radverkehrsplanung einfließen zu lassen.“

 

„Radverkehr als Rückrat der (Nah-) Mobilität“

Unter diesem Titel hielt Prof. Dr. Jürgen Follmann von der Hochschule Darmstadt einen aufschlussreichen Vortrag in der Sitzung des Bau- und Umweltausschusses am 09.12.2014.

Durch einen Stadtverordnetenbeschluss beauftragt hatte sich die Umweltabteilung zusammen mit der örtlichen Verkehrsbehörde im Vorfeld über das Radwegekonzept in Seligenstadt informiert und den Kontakt zur Hochschule geknüpft.

Ob es nach dem Vortrag zu einer Zusammenarbeit der Stadt Groß-Umstadt mit der Hochschule kommen wird, wollen die Mandatsträger im Januar entscheiden.

Präsentation

 

Einige Kernaussagen des Vortrags

Der Radverkehr hat in den letzten Jahren beträchtlich zugenommen. Das Fahrrad hat sich als wichtiges Verkehrsmittel im Gesamtverkehrssystem etabliert. Seine Bedeutung ist besonders groß im Ausbildungsverkehr, Einkaufsverkehr und Freizeitverkehr. Aber auch im Berufsverkehr ist ein wachsender Anteil des Radverkehrs zu verzeichnen. Trotz dieser positiven Entwicklungen kann die Bedeutung des Fahrrads weiter gesteigert werden. So sind selbst in den sogenannten fahrradfreundlichen Städten etwa 1/3 aller mit dem Auto zurückgelegten Fahrten Kurzstreckenfahrten.

Einzelne Maßnahmen zur Verbesserung der Radverkehrsbedingungen werden allerdings nur dann voll wirksam, wenn sie auch in einem größeren Zusammenhang sinnfällig und aufeinander abgestimmt sind. So werden selbst sichere und gut ausgebaute Radverkehrsanlagen nur dann Verkehr in nennenswertem Umfang auf sich ziehen, wenn sie tatsächlich Quellen und Ziele bedeutender Radverkehrsbeziehungen verbinden. Unangemessene Umwegfahrten, häufige Fahrtunterbrechungen oder gar abschnittsweises Schieben des Fahrrads sind zu vermeiden.

Weiterhin sind Radverkehrsanlagen nur dann attraktivitätssteigernd, wenn sie die Ansprüche an Komfort und Sicherheit berücksichtigen und die Ziele auf sicheren, kurzen und direkten Wegen erreicht werden können. Ebenso werden attraktive Fahrradabstellanlagen benötigt. Auch die StVO legt in ihrer aktuellen Fassung vom April 2013 ein besonderes Augenmerk auf den Zustand und die Benutzungspflicht von Radverkehrsanlagen. Als Stand der Technik gelten die Empfehlungen für Radverkehrsanlagen (ERA, FGSV 2010).

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