Landschaftsplan 2001

 

2.2 Naturräumliche Bedingungen und geschichtliches zur Entwicklung von Groß-Umstadt

Das Gebiet der Stadt Groß-Umstadt befindet sich in seinem östlichen Teil im Hessisch-Fränkischen Bergland und in seinem westlichen Teil im Rhein-Main-Tiefland (s. Abb. 1). Hieraus ergeben sich im gesamten Stadtgebiet, häufig auch innerhalb der einzelnen Ortsteile sehr große Unterschiede hinsichtlich Klima, Geologie, Boden und Relief und damit auch hinsichtlich der Nutzungen im Raum.

Naturräumliche Gliederung (öffnet in neuem Fenster)

Entsprechend der naturräumlichen Lage des Stadtgebietes dominieren vier verschiedene Ausgangssubstrate für die Böden:

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  • im Hügelland ist es fruchtbarer Löß (Ackerbau herrscht vor)
  • in der Untermainebene lössüberdeckter Sand (Wald und Ackerflächen dominieren)
  • am Odenwaldrand Granit (Acker- und Weinanbau, Obstwiesen und Grünland bilden die Hauptnutzungen) und
  • im waldreichen Odenwald der saure Buntsandstein.

Das Klima in Groß-Umstadt ist sehr differenziert. Insgesamt gehört der Planungsraum zu den klimatisch begünstigten Räumen Hessens, wobei sich insbesondere das Rhein-Main-Tiefland durch ein mildes Klima auszeichnet, das örtlich Weinanbau zulässt.

Das Reinheimer Hügelland ist aufgrund seiner fruchtbaren Lössböden schon mindestens seit der Jungsteinzeit (ca. 5.500 Jahre vor Chr.) durchgehend bis heute besiedelt. Bei den Bewohnern handelte es sich um Getreidebauern. Gegenüber dem Reinheimer Hügelland und der Untermainebene als "Altsiedelland" ist der Odenwald "Jungsiedelland", das erst im Frühmittelalter (500 – 800 n. Chr.) als Folge des Bevölkerungszuwachses urbar gemacht wurde.

Die Kernstadt Groß-Umstadt entstand an der Grenze der beiden Naturräume und profitierte hier von dem reichen Angebot an unterschiedlichen Handelsprodukten: Weizen, Gerste, Obst und Wein aus dem Reinheimer Hügelland, Roggen, Hafer, Vieh, Holz, Holzkohle, Erze und Metallwaren aus dem Odenwald.


Seitenanfang · Stand: 31.10.2011 · Inhaltsübersicht
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