Die Wachtel

(AGGL, Wolfgang Heimer) Die nur etwa starengroße Wachtel führt ein sehr heimliches Leben. Als Zugvogel mit ausgeprägtem Invasionscharakter trifft sie meist erst Ende April/Anfang Mai von ihren afrikanischen Winterquartieren bei uns ein. Sie besiedelt bei uns offene, möglichst baum- und buschfreie Wiesen und Agrarlandschaften. Bevorzugt werden warme und dabei frische Sand- oder tiefgründige Löß- und Schwarzerdeböden. Brutbiotope sind meist Wintergetreide-, Luzerne- oder Kleeschläge sowie extensiv genutzte Mähwiesen. Wichtig sind dabei eine ständige Deckung nach oben und eine ausreichend hohe Krautschicht. Die Nester werden gerne an Weg-, Feld- und Grabenrändern am Boden in der überständigen Vegetation angelegt. Erst Ende Mai, meist erst im Juni, legt das Weibchen dann ca. 7-14 Eier, aus denen nach etwa 18 Tagen die Jungen schlüpfen. Nach weiteren 19 Tagen sind diese flugfähig. Bereits im August setzt dann schon der Wegzug in die afrikanischen Winterquartiere ein.

In der Ernährung der Wachteln spielen die Sämereien von Ackerwildkräutern eine große Rolle, daneben werden kleine Insekten und Spinnen sowie die Samen einiger Kulturpflanzen wie Weizen, Hirse, Rübsen usw. aufgenommen.

Sichtbeobachtungen der Wachtel sind selten, meist gelingen Nachweise nur über ihre Stimme, den unverwechselbaren „Wachtelschlag“. Die heimliche Lebensweise und das invasionsartige Auftreten erschweren Bestandserhebungen. Wie bei nahezu allen Feldvogelarten ist aber seit Jahren eine Abnahme der Wachtelvorkommen zu verzeichnen. Neben dem massenhaften Fang während des Zuges und in den Winterquartieren hat auch die Intensivierung der Landwirtschaft dazu beigetragen.

Wie können wir der Wachtel helfen?

  • Artenreiche Blühstreifen sind besonders effektiv, wenn sie möglichst breit (mehr als zehn Meter) und unregelmäßig verteilt sind, um Nesträuber nicht direkt auf die Nester hinzuleiten.
  • Erhalt von Altgrasstreifen an Wegrändern, Böschungen, Gräben und Parzellengrenzen.
  • Keine Pflegearbeiten wie Mulchen etc. von Wegrändern, Blühflächen, Altgrasstreifen in der Zeit von März bis Ende Juli.
  • Anlage von Luzerne- und Klee-Gras-Äckern.

Verzichten Sie auf die Nutzung entlegener Gras- und Erdwege bei Ihren Spaziergängen und führen Sie Ihre Hunde an der Leine.