Blühendes Südhessen

Die Stadt Groß-Umstadt fördert die biologische Vielfalt und beteiligt sich am UN-Dekade Projekt „Blühendes Südhessen“ des gemeinnützigen ENTEGA NATURpur Instituts. Bei einem gemeinsamen Ortstermin am Mittwoch (11.8.) informierten sich Bürgermeister Joachim Ruppert und Matthias W. Send, Vorsitzender der Geschäftsführung des Instituts, über den Stand der Entwicklung.

In gemeinsamer Abstimmung mit der Fachabteilung 220 Grün, Umwelt und Energie erstellte im Sommer 2020 die vom Institut beauftragte Naturgartenplanerin Dr. Eva Distler die Planung. Auf deren Basis wurden dann im Frühjahr 2021 die ersten Biotope angelegt. An zwei Grundstücken am Kreisel Breite Gasse / Richer Straße wurden im April 2021 von Kindern der städtischen Kitas „Haus der Kinder“ und „KIZ Pestalozzischule“ auf einer Gesamtfläche von rund 1.000 Quadratmetern heimische Wildblumen gesät. Dabei wurden die Kinder von den Mitarbeitern des Baubetriebshofs unterstützt, die die Fläche auch vorbereitet hatten. Diese Wiesen werden zukünftig nur noch zweimal im Jahr gemäht. Dadurch können die Pflanzen blühen und Samen bilden. Das schafft Nahrung für Insekten und Vögel. Blühende Wiesen gibt es bei uns immer weniger – dabei sind sie echte Hotspots der Artenvielfalt. Drei vom Institut gespendete Infotafeln und ein Insektenhotel sowie drei große Insektenhotels, die auf Initiative der Fachabteilung 220 Grün, Umwelt und Energie von der Jugend-JVA in Eberstadt gefertigt wurde, runden das Ganze ab.

„Lokale Agenda, Transition Town, Fair-Trade-Stadt - in Groß-Umstadt wird Nachhaltigkeit großgeschrieben. Deshalb engagieren wir uns auch beim Thema Artenvielfalt und schaffen neue Lebensräume“, erläutert Bürgermeister Joachim Ruppert. Im Frühsommer zeigen die Blühflächen ihr schönstes Gesicht – später sind sie zum Teil schon verblüht oder gemäht. Hier wirbt Ruppert um Verständnis: „Direkt nach der Mahd oder jetzt im Spätsommer sehen die Flächen nicht mehr ganz so schön aus. Das gehört aber zum natürlichen Ablauf von wachsen, blühen und Samen bilden dazu. Auch die Samen und die welken Pflanzenteile bilden Nahrungsgrundlage und Lebensraum für Vögel und Insekten.“ Diese lokale Maßnahme leistet einen Beitrag zur Umsetzung des städtischen Energie- und Klimaschutzkonzepts. Der Bürgermeister dankt allen Beteiligten und freut sich über die gute und gelungene Zusammenarbeit.

„Mit dem Projekt ‚Blühendes Südhessen‘ wollen wir Natur zurück in den urbanen Raum holen und artenreiche Lebensräume schaffen. Außerdem möchten wir die Bevölkerung sensibilisieren und zum Nachahmen anregen“, sagt Matthias W. Send. Interessierte Kommunen aus ganz Südhessen können dabei mit fachlicher Unterstützung der Naturgartenplanerin Dr. Eva Distler auf ausgewählten Flächen Wildblumenwiesen, -säume und -beete anlegen. Das Institut finanziert die komplette Planungs- und Beratungsleistung und gewährt einen Zuschuss in Höhe von 500 Euro für gebietsheimische Pflanzen und Saatgut. Außerdem erhalten die Kommunen eine Insektennisthilfe sowie Infotafeln für die umgestalteten Flächen. Im Gegenzug stellen die Kommunen langfristig die Grundstücke zur Verfügung, bereiten die Flächen vor und pflegen die Anlagen. Das Projekt wurde Ende 2020 von der Hessischen Umweltministerin Priska Hinz im Rahmen der “UN-Dekade Biologische Vielfalt“ ausgezeichnet.

Derzeit haben sich 23 Kommunen in Südhessen angemeldet. In 17 Kommunen wurden bereits Flächen umgestaltet. Die restlichen Kommunen folgen im Herbst 2021 bzw. im Frühjahr 2022. Bis heute wurden so 20.800 qm naturnahe Wildblumenwiesen bzw. Wildstaudenbeete angelegt.

Mehr zum Projekt: www.naturpur-institut.de/bluehendes-suedhessen

Hintergrund:
Die Vereinten Nationen haben die Jahre 2011 bis 2020 zur UN-Dekade für biologische Vielfalt erklärt. Einer der zentralen Bestandteile der deutschen UN-Dekade-Aktivitäten ist der UN-Dekade-Wettbewerb, der von der Geschäftsstelle der deutschen UN-Dekade umgesetzt wird. Dabei wurde in jeder Woche ein Projekt ausgezeichnet, das sich in besonderer Weise für den Erhalt der biologischen Vielfalt einsetzt.