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Laternenfest einmal anders

Am 11.11.2020 war es wieder soweit, in der Kita im Grünen war Laternenfest angesagt - und es wurde trotz aller Einschränkungen und Veränderungen ein sehr schönes Ereignis, an das sich die Kinder bestimmt gerne erinnern.

Jedes Kind hatte sich in gründlicher Vorbereitung seine eigene Laterne gebastelt. Handwerkliches Geschick, Phantasie und die persönliche Farbauswahl waren gefragt, und viele stolze Gesichter waren zu sehen, als die Laternen fertig waren. Die Erziehrinnen begleiteten diese Tätigkeiten mit Erzählungen zur Sankt Martins Geschichte, erläuterten die Bedeutung des Lichtes in der dunklen Jahreszeit, gemeinsam wurden Laternenlieder eingeübt und alles in allem wuchs die Vorfreude auf das bevorstehende Fest.

Das konnte, wie in sonstigen Jahren, nicht als Laternenumzug durch den Ort stattfinden. Aber die Aussicht, gemeinsam im Freigelände der Kita die vielen Lichter zu entzünden, die vielen Laternen zu bewundern, dem eigenen Gesang zu lauschen und am Ende eine Riesenbrezel zu teilen und zu genießen, das hat die Kinder sehr beeindruckt. Anders - auch wenn die Umstände es erfordern - bedeutet offenbar nicht schlechter oder weniger … sondern nur - anders.

 

Schulkinder raus, Arbeiter rein

Der am Ende eines jeden Kindergartenjahres übliche und beliebte „Rauswurf“ der Schulkinder fand in der Kita Semd am 17.06.2020 statt. Durch die Corona-Pandemie musste der bewährte Ablauf komplett neu geplant werden, die übliche Übernachtung und verschiedene Ausflüge konnten nicht stattfinden und die Abstandsregeln und Hygienevorschriften waren zu beachten! Zwar haben alle Kinder darin viel Übung, sie waren sich aber einig, dass das blöde Virus verschwinden möge und alles wieder so werde wie vorher.

Also fing der „Rauswurf-Tag“ für die 12 Schulkinder mit einem Abstandsfrühstück an. Es gab Obst, Milch und - wie gewünscht - Sandwiches. Die konnte sich jedes Kind wahlweise belegen lassen mit Wurst, Käse oder Schokolade - ganz nach persönlichem Geschmack. Auch Fanta, Apfelsaft, Chips, Flips, Gummibärchen: alles wurde erlaubt und von den Kindern sehr gerne angenommen. Die Schulanfänger genossen „Ihr“ Frühstück ausgiebig und erzählten sich alle möglichen Geschichten aus der Kita-Zeit!

Im Außengelände war eine Fotoecke eingerichtet worden und die Schilder „Kita-Ende“ und „Schul-Anfang“ wiesen den Weg in den neuen Lebensabschnitt. An einem eigens aufgestellten Schulanfängerbaum konnte jedes Kind seinen Namensanhänger aufhängen und später mitnehmen. Beim Abholen mussten die Kinder einen besonderen Weg laufen, der über viele Treppenstufen und über einen langen roten Teppich in die Schule führte. Dort erhielten sie ihre Mappe und ein Abschiedsgeschenk, und unter musikalischer Begleitung waren ihnen viele gute Wünsche für den Schulstart gewiss.

Am 22. Juni dann zogen alle Kinder der Kita um in die Sporthalle und das Gemeindehaus Semd, denn die Einrichtung wird 4-gruppig. Also zogen Bauarbeiter ein, um bis zum 24.07.2020 alle nötigen Um- und Erweiterungsbaumaßnahmen durchzuführen. Die für die Zwischenunterkunft mitgenommenen Kisten und Möbel kommen danach wieder zurück, wenn dann zwei Gruppen für 3- bis 6-Jährige und zwei Gruppen für 1- bis 3-Jährige durchstarten. P.S.: Entgegen vielen Gerüchten bleiben die Schultoiletten vom Umbau unberührt und genau dort, wo sie bisher waren.

 

Wie sag ichs meinem Kinde?

Shutdown in der Kita, das ist eine ganz besondere und vor allem ungewohnte Herausforderung für den Träger, die Erzieherinnen, die Kinder und natürlich auch die Eltern. All die Ungewissheiten führten und führen weiterhin auf allen Seiten zur Frage „Wie sag ichs meinem Kinde?“

Zum Glück durften schon nach ein paar Tagen einige Kinder in die Notbetreuung, aber auch das war nicht wie sonst, denn schon beim Ankommen öffnet sich die Tür nur nach Klingeln, eine Erzieherin mit Mundschutz nimmt das Kind auf, begleitet es an die Garderobe und schließlich in die Gruppe. Dann heißt es erstmal Hände waschen, so lange, wie das legendäre „happy birthday“ 2 x gesungen dauert. Kindliche Unbeschwertheit ist wahrlich etwas ganz Anderes.

Und doch, auch an diese eher fremden Vorgänge gewöhnen sich alle Beteiligten nach und nach, es entsteht Routine, und mit Aufmerksamkeit, Empathie und Humor gelingen Alltag und pädagogisches Programm auch so. Schon über Ostern gab es wie jedes Jahr ein Osterfrühstück und der Osterhase war auch da, und für alle Kinder, die zu Hause bleiben mussten, gab es WhatsApp-Nachrichten und Grüße, dankenswerterweise versandt vom Elternbeirat. Natürlich gibt es auch in Semd „vorübergehende“ Besuche, gerne lassen sich alle auf „Smalltalk am Gartenzaun“ ein, man sieht und grüßt sich in der Gewissheit, dass der innere Zusammenhalt besteht und vielleicht sogar gefestigt wird. Auf jeden Fall wird deutlich, man vermisst die Freunde/Freundinnen, gewohnte Rituale - einfach alles was Kita ist! Auf baldiges Wiedersehen.

 

Kopfverband und Dreieckstuch

Das ganze Dutzend zukünftiger Schulkinder der Kita Semd im Grünen absolvierte am 04. März einen Erste-Hilfe-Kurs. Von 09:00 bis 11:30 Uhr waren alle Kinder sehr begeistert bei der Sache, angeleitet von einer netten Dame des Roten Kreuzes.

Die Aktion ist längst Routine im Jahresausbildungsplan der Betreuungseinrichtung und stellt u.a. Fragen wie „Was ist Erste Hilfe?“, „Welche Verletzungen hattet ihr schon?“ und „Was könnt ihr selbst tun, wenn ihr oder jemand anders Hilfe benötigt?“ in den Mittelpunkt des Thementages für alle Kinder, die im Sommer in die Schule wechseln. Gemeinsam besprochen und in einem Rollenspiel nachgestellt wurde etwa, wie man einen Notruf absetzt, welche Telefonnummer die richtige ist und welche W-Fragen man möglichst in Ruhe beantworten sollte.

Im praktischen Teil durften sich die Kinder unter geduldiger Fachanleitung gegenseitig verschiedene Verbände anlegen, u.a. Gelenkverband und Kopfverband. Die Handhabung eines Dreieckstuchs, das Aufkleben eines Pflasters und die stabile Seitenlage wurden gemeinsam ausprobiert. Zum Schluss bekam jedes Kind eine Urkunde überreicht. Stolz und glücklich zeigten sie später in ihren Gruppen, was sie alles gelernt hatten.

 

Waldwoche im Januar

Vom 20.01. bis 23.01.2020 hieß es für 15 Kinder der Betreuungseinrichtung Semd: „Wir gehen in den Wald“, ein inzwischen selbstverständlicher pädagogischer Bestandteil des Kita-Alltags, ja des Erziehungsauftrages. Nach Rücksprache mit dem Revierförster ging es vier Tage lang in ein naturbelassenes Fleckchen Wald in der Nähe der längsten Bank.

Täglich musste die beachtliche Strecke Fußweg zurückgelegt werden und schon am ersten Tag ging es früh morgens bei klirrend kalten Minusgraden und Taschenlampenlicht los, dem Sonnenaufgang entgegen. Die Kinder waren sehr gespannt und aufgeregt.

Unterwegs gab es jeweils vieles zu entdecken: U.a. wurde gespannt gewartet und gezählt, wie lange die Sonne von der ersten Morgenröte bis zum völligen Erscheinen braucht, Raureif auf Blättern und Gräsern wurden mit der Lupe erkundet, Dampfwolken ausgeschnauft, die kürzer werdenden Schatten auf dem Feld beobachtet, Ziegen auf dem Feld wurden aufgeweckt, gestresste Pendler im Berufsverkehr wurden mit freundlichem Winken gegrüßt, und vieles mehr.

An der längsten Bank angekommen, haben sich alle dank der mitgebrachten Vesper ausgiebig gestärkt. Da schmeckte sogar der eingepackte warme Tee. Bevor es den Kindern dann kalt werden konnte, ging es auf Entdeckungsreise. Alle Kinder folgten den Rehspuren auf einem Wildwechsel direkt ins Unterholz. Dort fand sich eine schöne luftige Stelle ohne gefährlichen Astbruch, drei umliegende Bäume dienten gleich als Waldsofa. Doch statt lange auszuruhen, wurde aus Totholz ein großes Tipi gebaut, in dem alle Kinder Platz fanden. Die Wurzeln umgestürzter Bäume wurden täglich immer weiter frei gelegt und mal war die Wurzel ein Schiff, mal eine Wichtelburg. Aus gesammelten Astgabeln wurden Traumfänger gebastelt, Baumscheiben wurden gesägt und Erinnerungsstücke daraus gebastelt. Ein Orientierungsgang in den Wald wurde zur spannenden Schatzsuche.

Bäume und Sträucher wurden unterschieden und bestimmt. Dazu wurden mit Begeisterung die mitgenommenen Naturführer gewälzt. Sogar Borkenkäfer haben die Kinder aus einem toten Baum gepuhlt und im Lupenglas beobachtet. Und immer wieder war es eine wichtige Übung, das „kleine Geschäft“ im Freien zu erledigen.

Die Kinder waren jedes Mal so beschwingt von den tollen Erlebnissen, dass sie den langen Rückweg super bewältigt haben. Pünktlich zum Mittagessen war die ganze Gruppe mit glücklichen, aber todmüden Kindern zurück in der Kita. Ein Lob geht an die Eltern. Die Kinder waren toll angezogen, die Rucksäcke wurden mit jedem Tag besser gepackt und die Vesperboxen waren bestens gefüllt. Dank zu sagen ist für das Vertrauen, diese Ausflüge bei kritischem Wetter durchführen zu können. Die Fülle an Eindrücken wird alle noch lange begleiten.

Tags: Kita Semd