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Erster Rathaussturm des Jahrtausends
Bürgermeister René Kirch muss Schlüssel des Groß-Umstädter Rathauses an Närrinnen übergeben
Bürgermeister René Kirch muss Schlüssel des Groß-Umstädter Rathauses an Närrinnen übergeben
Am Donnerstag, den 12. Februar 2026, eroberten die Närrinnen Groß-Umstadts zum ersten Mal seit 1997 wieder das Groß-Umstädter Rathaus. Pünktlich um 11.11 Uhr stürmten die Damen den Sitzungssaal und zwangen Bürgermeister René Kirch zur Übergabe des Rathausschlüssels.

© Stadt Groß-Umstadt
Der Schlüssel noch fest in René Kirchs Händen
Damit knüpften sie an eine Fastnachtstradition an, die in Groß-Umstadt früher durchaus ihren festen Platz hatte. Bereits in den 1980er- und 1990er-Jahren wurde im Rathaus närrisch regiert, ehe diese Tradition über viele Jahre hinweg ruhte. Umso größer war nun die Freude, dass der Rathaussturm nach rund drei Jahrzehnten Pause wiederbelebt werden konnte – und damit ein Stück gelebter Umstädter Fastnachtskultur zurückkehrte.

© Stadt Groß-Umstadt
Kampf um die Krawatte
Die Idee des Rathaussturmes wurde am Rosenmontag des letzten Jahres geboren. Rund um Tina Argyriadis und Yvonne Erdmann sammelten sich etwa 30 Närrinnen zum ersten Rathaussturm. Denn: „Umstadt braucht mehr als Reben allein, jetzt soll Fastnacht wieder hier sein!“
Nach Büttenreden sowie der Erwiderung von Bürgermeister Kirch entbrannte unter lautem „Halla-Helau“ der Kampf um den Schlüssel, welchen Bürgermeister Kirch standhaft zu verteidigen versuchte. Jedoch musste er sich angesichts der weiblichen Überlegenheit geschlagen geben und verlor innerhalb kürzester Zeit sowohl Rathausschlüssel als auch Krawatte.
In seiner närrischen Gegenrede betonte Bürgermeister Kirch, dass auch Groß-Umstadt Fastnacht mit Frohsinn und Freude feiere – nicht nur die Nachbarstädte. Humor und Leichtigkeit dürften gerade in diesen Tagen vom Rathaus aus in die Straßen getragen werden. „Ein wenig mehr Frohsinn täte uns auch in den politischen Gremien hin und wieder gut“, so Kirch augenzwinkernd. Mit einem dreifach donnernden „Groß-Umstadt Helau!“ endete der offizielle Teil, ehe das Rathaus für einige Stunden fest in närrischer Hand blieb. Spätestens am Aschermittwoch kehrt jedoch wieder der gewohnte Ernst des Verwaltungsalltags ein – bis zum nächsten Sturm.



