Leben in Groß-Umstadt

Fortbildungsveranstaltung „Gewässer-Nachbarschaften“ – Regionaler Erfahrungsaustausch in Groß-Umstadt

Bibermanagement an der Gersprenz – Erfahrungen und Lösungskonzepte

Bibermanagement an der Gersprenz – Erfahrungen und Lösungskonzepte

Die Stadt Groß-Umstadt begrüßte und unterstützte am 12. November 2025 die in der Stadthalle stattfindende Fortbildungsveranstaltung der Gemeinnützigen Fortbildungsgesellschaft für Wasserwirtschaft und Landschaftsentwicklung (GFG) mbH. Im Rahmen der Gewässer-Nachbarschaft Gersprenz/Mümling trafen sich Fachleute aus Kommunen, Behörden, Verbänden und der Wasserwirtschaft zu einem intensiven regionalen Erfahrungsaustausch. Zentrales Thema der Veranstaltung war das Bibermanagement sowie die Bedeutung des Bibers für die ökologische Entwicklung der angrenzenden Gewässerlandschaften.

Nach der Begrüßung durch Stadtrat Dr. Gerhard Brunst in Vertretung für Herrn Bürgermeister René Kirch sowie Vertretern des RP Darmstadt sowie Wasserverband Gersprenz/Mümling startete die Veranstaltung mit einer Reihe fachkundiger Vorträge:

„Bibersee Semd – Chancen und Herausforderungen im Spannungsfeld von Landnutzung und Naturschutz“

Stephen Strunz, Abteilung Grün, Umwelt und Klima der Stadt Groß-Umstadt, stellte anschaulich die Entwicklungen rund um den Bibersee im Stadtteil Semd vor. Besonderes Augenmerk lag auf der Balance zwischen landwirtschaftlicher Nutzung, Gewässerentwicklung und den naturschutzfachlichen Anforderungen, die durch den Biber entstehen. Herr Strunz machte deutlich, dass es das Ziel der Stadt Groß-Umstadt ist, die dort angekauften Bereiche der natürlichen Entwicklung zur Verfügung zu stellen und ein Beweidungs- und Pflegekonzept mit der ortsansässigen Landwirtschaft einzuführen. Strunz freut sich über die Artenvielfalt der Fauna im betroffenen Gebiet - so wurden u. a. schon Schwarzstorch, Kiebitz, Kuckuck, Bläss- und Teichhuhn, Teich- und Bermolch etc. dort gesichtet.

„Von Dämmen und Diversität: Aktuelle Entwicklungen und Perspektiven im hessischen Bibermanagement

Dr. Lisa Schülting vom Hessischen Landwirtschafsministerium gab einen umfassenden Überblick über den aktuellen Stand des hessischen Bibermanagements, zeigte Konfliktfelder sowie Lösungsansätze (artenschutzrechtliche Ausnahmeverordnung), auf und erläuterte Perspektiven für ein kooperatives Miteinander von Mensch und Biber.

„Erfahrungen zum Bibermanagement in Nordbayern“.

Berit Arendt, Bibermanagerin für Nordbayern, BUND Naturschutz Bayern e. V.  berichtete aus der langjährigen Praxis des Bibermanagements in Nordbayern und stellte erprobte Maßnahmen sowie erfolgreiche Strategien der Zusammenarbeit zwischen Naturschutz, Kommunen und betroffenen Landnutzenden vor.

Der Biber genießt besonderen Schutz, da er als streng geschützte Art gilt. Nach dem deutschen Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) und der europäischen FFH-Richtlinie ist es verboten, Biber zu töten, zu verletzen, zu fangen oder ihre Fortpflanzungs- und Ruhestätten zu beschädigen oder zu zerstören. In den Referaten wurden die Eigenschaften und Besonderheiten des Bibers ebenfalls vorgestellt und beleuchtet.

Im Anschluss an die Vorträge fand eine Exkursion, geleitet von Stephen Strunz, zu dem Projektgebiet Bibersee Semd statt, wobei aktuelle Herausforderungen vor Ort besichtigt und fachlich diskutiert wurden.

Die Stadtverwaltung Groß-Umstadt freut sich über das große Interesse und die konstruktiven Beiträge der Teilnehmenden. Die Themen der Veranstaltung haben gezeigt, dass mit der Planung und Umsetzung durch das Team im Umweltamt der Stadt Groß-Umstadt der richtige Weg eingeschlagen worden ist, was das positiven Feedback und Interesse der Teilnehmer widergespiegelt.

Am Ende des Treffens zog Abteilungsleiter Stephen Strunz das Fazit, dass die Veranstaltung einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen und naturnahen Entwicklung der regionalen Gewässerlandschaften leistet. Sie habe zudem eindrucksvoll unterstrichen, wie wertvoll der Austausch zwischen Fachleuten, Praxis und Verwaltung für den gemeinsamen Fortschritt ist.