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Evangelische Kita „Kleine Arche“ kündigt Verträge
Erarbeitung von Lösungen für die Kinderbetreuung
Erarbeitung von Lösungen für die Kinderbetreuung
Die evangelische Kita „Kleine Arche“ in Richen hat die Verträge für das Gebäude, in dem sich die Einrichtung befindet, zum 31. Dezember 2026 gekündigt. Die Kündigung kam für die Stadt überraschend, da bereits seit dem vergangenen Jahr intensive Gespräche zwischen der Stadt Groß-Umstadt und der evangelischen Kirche über den Zustand des Gebäudes und mögliche Sanierungsperspektiven geführt wurden.
Die evangelische Kirche betreibt die Kindertagesstätte „Kleine Arche“ seit vielen Jahren in ihrem eigenen Gebäude in der Dresdner Straße mit drei Gruppen. Bereits seit längerer Zeit sind erhebliche bauliche Mängel bekannt, die regelmäßig Gegenstand der Gespräche zwischen Stadt und Kirche waren. Diese Situation warf immer wieder die Frage auf, wie lange ein Betrieb der Kindertagesstätte in dem bestehenden Gebäude noch möglich ist.
Im Zuge der Bedarfsanalyse zur Kinderbetreuung im vergangenen Jahr hatte die Stadtverwaltung ihre ursprünglichen Planungen für einen Kita-Neubau zunächst zurückgestellt, um eine vertiefte Prüfung der bestehenden Kita- und Gebäudestrukturen vorzunehmen. In diesem Zusammenhang wurden alle drei Gebäude der evangelischen Kirche, in denen aktuell Kinderbetreuung stattfindet, durch den Magistrat begangen. Zusätzlich wurden in Abstimmung mit der Kirche in zwei Einrichtungen externe Fachbüros mit einer Einschätzung der Gebäudesubstanz beauftragt. Ziel war es, einen Überblick über den Sanierungsbedarf sowie über die Perspektiven einer weiteren Nutzung für die Kinderbetreuung zu erhalten.
Im Dezember 2025 fand ein Gespräch zwischen Vertreterinnen und Vertretern der evangelischen Kirche und der Stadtverwaltung statt, in dem die sich weiter verschärfende bauliche Situation und mögliche Konsequenzen, bis hin zur Kündigung des Betriebes, thematisiert wurden. Dass die evangelische Kirche nun von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht und dies öffentlich gegenüber Mitarbeitenden, Eltern und der Öffentlichkeit kommuniziert hat, kam für die Stadtverwaltung dennoch überraschend und sorgt für Irritation.
Bürgermeister René Kirch erklärt: „Die Schließung der Kita ‚Kleine Arche‘ stellt uns vor große Herausforderungen. Trotz intensiver Verhandlungen und unserer Bemühungen, Lösungen zur Sanierung des Gebäudes zu finden, wurde diese Entscheidung von der evangelischen Kirche getroffen.“
Gleichzeitig betont der Bürgermeister, dass die Gespräche mit der evangelischen Kirche grundsätzlich konstruktiv verlaufen: „Wir befinden uns mit der Kirche weiterhin in guten Gesprächen, auch im Hinblick auf mögliche Gebäudeübergänge im Rahmen des kirchlichen Konsolidierungsprogramms EKHN 2030. Vor diesem Hintergrund haben wir uns bewusst Zeit genommen, die Gebäude gemeinsam zu begehen und externe Fachleute einzubeziehen.“
Auch für den Standort Dresdner Straße wurde im Beisein von Vertretern der evangelischen Landeskirche über eine mögliche weitere Nutzung sowie über Ausbau- und Alternativszenarien gesprochen. Parallel prüft die Stadtverwaltung selbstverständlich auch andere Optionen, sollte sich herausstellen, dass eine weitere Kinderbetreuung in diesem Gebäude nicht mehr verantwortbar ist.
Die Stadt Groß-Umstadt wird zeitnah mit Eltern, Mitarbeitenden und dem Träger ins Gespräch gehen. In einem nächsten Schritt sollen eine aktualisierte Bewertung der Gebäudesubstanz, der Sanierungsnotwendigkeiten sowie alternative Betreuungsmöglichkeiten für die Kinder der „Kleinen Arche“ erarbeitet werden. Die Abteilung Soziales und Familie arbeitet bereits mit Hochdruck daran, tragfähige Lösungen für die betroffenen Familien zu entwickeln.



