Leben in Groß-Umstadt

Stadtverordnetenversammlung beschließt Bedarfs- und Entwicklungsplan der Feuerwehr

Strategische Grundlage für Sicherheit und Einsatzfähigkeit bis 2030

Strategische Grundlage für Sicherheit und Einsatzfähigkeit bis 2030

Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Groß-Umstadt hat den neuen Bedarfs- und Entwicklungsplan (BEP) für die Feuerwehr beschlossen. Das umfassende Werk bildet die strategische Grundlage für die Weiterentwicklung von Brandschutz, Allgemeiner Hilfe und Katastrophenschutz in den kommenden Jahren. Neben Investitionen in Fahrzeuge und Gebäude standen insbesondere die Themen Hilfsfrist, Personalstruktur sowie die Stärkung und Anerkennung des Ehrenamts im Mittelpunkt.

Mit neun Einsatzabteilungen und mehr als 290 aktiven Einsatzkräften ist die Feuerwehr Groß-Umstadt die stärkste Feuerwehr im Landkreis Darmstadt-Dieburg. „Unsere Feuerwehr ist ein unverzichtbarer Pfeiler der Sicherheit in unserer Stadt. Dieses außergewöhnliche ehrenamtliche Engagement verdient nicht nur großen Dank, sondern auch verlässliche Rahmenbedingungen und eine klare Perspektive für die Zukunft“, betont Bürgermeister René Kirch. Der Bedarfs- und Entwicklungsplan bestätigt die bestehende dezentrale Struktur der Feuerwehr mit Standorten in allen Stadtteilen. Sie ist eine wesentliche Voraussetzung, um die gesetzlich vorgeschriebene Hilfsfrist von zehn Minuten zuverlässig einzuhalten. Durch das bewährte Additionsprinzip in der Alarm- und Ausrückeordnung werden mehrere Stadtteilwehren parallel alarmiert, sodass schnell ausreichend Einsatzkräfte vor Ort sind und wirksame Hilfe geleistet werden kann.

Ein wichtiger Bestandteil der Feuerwehrarbeit ist die Nachwuchsförderung. In Groß-Umstadt gibt es derzeit neun Jugendfeuerwehren und acht Kinderfeuerwehren. Noch in diesem Jahr soll eine weitere Kinderfeuerwehr gegründet werden, sodass künftig jeder Stadtteil mit Einsatzabteilung auch über eine Jugend- und eine Kinderfeuerwehr verfügt. Damit wird nicht nur wichtige Kinder- und Jugendarbeit geleistet, sondern zugleich langfristig die Einsatzfähigkeit der Feuerwehr gesichert.

Auch die Ausstattung der Feuerwehr wurde in den vergangenen Jahren kontinuierlich verbessert. Mehrere Stadtteile erhielten neue Fahrzeuge, weitere Beschaffungen sind geplant. Am Stützpunkt in der Kernstadt wurden unter anderem ein neuer Einsatzleitwagen, ein Wechselladerfahrzeug sowie ein Abrollbehälter für Waldbrandeinsätze in Dienst gestellt. Für die kommenden Jahre ist zudem die Beschaffung eines Staffellöschfahrzeugs für den Stadtteil Klein-Umstadt vorgesehen. Gleichzeitig hält der Plan fest, dass Fahrzeuge – sofern technisch vertretbar – wirtschaftlich verantwortungsvoll auch über die klassische Sollnutzungsdauer hinaus genutzt werden können.

Besonderer Handlungsbedarf besteht laut Prüfberichten des Technischen Prüfdienstes Hessen am Feuerwehrstützpunkt in der Kernstadt. Dort wurden bauliche und organisatorische Defizite festgestellt. Der Bedarfs- und Entwicklungsplan sieht daher vor, eine Machbarkeitsstudie für einen möglichen Neubau zu beauftragen. „Wir müssen heute die Weichen für die kommenden Jahrzehnte stellen. Sicherheit darf nicht von überholten Strukturen abhängen“, erklärt Kirch.

Ein weiterer Schwerpunkt des Plans ist die Anerkennung und Unterstützung des ehrenamtlichen Engagements. Die Stadtverordnetenversammlung hat beschlossen, entsprechende Maßnahmen zur Stärkung des Ehrenamts umzusetzen. Dazu gehört auch, die gesetzlich vorgeschriebene Brandschutzerziehung in Kindergärten und Schulen organisatorisch und finanziell besser abzusichern, die bislang vollständig ehrenamtlich geleistet wird. Darüber hinaus befasst sich der Bedarfs- und Entwicklungsplan mit der personellen Struktur der Feuerwehr. Die Anforderungen an Wartung, Dokumentation und Technik sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Ein interkommunaler Vergleich zeigt, dass Groß-Umstadt im Bereich der hauptamtlichen Gerätewartung bislang unterdurchschnittlich ausgestattet ist. Die Stadtverordnetenversammlung hat daher beschlossen, zusätzliche Stellen vorzusehen, um die ehrenamtlichen Einsatzkräfte stärker zu entlasten und die technischen Aufgaben langfristig zuverlässig zu erfüllen.

Der Bedarfs- und Entwicklungsplan wurde in einem mehrmonatigen Prozess durch den Wehrführerausschuss, Projektgruppen der Feuerwehr und die Stadtverwaltung erarbeitet. „Diese Erstellung zeigt, dass unsere Wehrführer mehr leisten, als den klassischen Einsatzdienst. Die bürokratischen Arbeiten nehmen immer mehr Raum ein. Gerade für diese Arbeiten danke ich ganz besonders“, sagt Bürgermeister René Kirch.