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Obdachlosenunterkunft
Stadt Groß-Umstadt schafft neue Perspektive für menschenwürdige Unterbringung wohnungsloser Menschen
Stadt Groß-Umstadt schafft neue Perspektive für menschenwürdige Unterbringung wohnungsloser Menschen
Die Stadt Groß-Umstadt erfüllt als Kommune die gesetzliche Verpflichtung, Menschen ohne feste Unterkunft im Rahmen des Ordnungsrechts unterzubringen. Ziel ist es dabei nicht nur, eine Notunterkunft bereitzustellen, sondern betroffene Personen möglichst dauerhaft in regulären Wohnraum zu vermitteln. Die städtische Notunterkunft in der Wilhelm-Liebknecht-Straße besteht seit vielen Jahrzehnten. In den vergangenen Jahren haben sich jedoch zunehmend strukturelle und bauliche Probleme gezeigt. Der Zustand des Gebäudes lässt inzwischen eine menschenwürdige Unterbringung nicht mehr zu. Auch das Zusammenleben vor Ort gestaltet sich unter den gegebenen Rahmenbedingungen zunehmend schwierig.
Bereits im Jahr 2022 wurde die Stadtverwaltung beauftragt, Alternativstandorte zu prüfen. Eine zunächst untersuchte Containerlösung in der Julius-Rupp-Straße konnte aufgrund baurechtlicher Vorgaben und fehlender langfristiger Perspektiven nicht realisiert werden. Weitere mögliche Standorte standen kurzfristig nicht zur Verfügung oder befanden sich nicht im Eigentum der Stadt. Auch der Neubau einer Containeranlage hätte mehrere Monate Vorlaufzeit erfordert. Nun konnte eine geeignete Immobilie in Groß-Umstadt gefunden werden. Der Magistrat hat auf Vorschlag von Bürgermeister René Kirch in dieser Woche die Anmietung beschlossen. Damit wird eine tragfähige Übergangs- und Perspektivlösung geschaffen, die eine menschenwürdige Unterbringung gewährleistet.
Parallel dazu verfolgt die Stadt weiterhin konsequent das Ziel einer dezentralen Unterbringung. Die derzeitigen Bewohnerinnen und Bewohner der bisherigen Unterkunft werden aktiv dabei unterstützt, regulären Wohnraum zu finden. Hierzu arbeitet die Stadtverwaltung eng mit externen Beratungsstellen zusammen. Die Fachstelle „Wendepunkt“ leistet dabei wichtige Unterstützung in der Beratung wohnungssuchender Menschen und bei der Vermittlung geeigneter Wohnungen. Die Betroffenen werden gezielt dabei unterstützt, sich intensiv um Wohnraum zu bemühen. Ziel ist es, bis zum 1. Juli dieses Jahres möglichst vielen Bewohnerinnen und Bewohnern den Umzug in eine eigene Wohnung zu ermöglichen. Personen, für die bis dahin keine Wohnung gefunden werden kann, sollen in der zweiten Jahreshälfte in die neue Unterkunft umziehen.
Die direkten Anliegerinnen und Anlieger des neuen Standorts wurden frühzeitig in die Planungen einbezogen. Eine umfassende soziale Betreuung, wie sie in anderen Kommunen teilweise umgesetzt wird, kann derzeit aus finanziellen Gründen noch nicht vollständig realisiert werden. Die Verwaltung arbeitet jedoch an Konzepten, um eine angemessene soziale Begleitung vor Ort sicherzustellen.
Bürgermeister René Kirch betont: „Es ist unsere Verantwortung, Menschen ohne feste Wohnung eine menschenwürdige Notunterkunft zur Verfügung zu stellen. Gleichzeitig setzen wir alles daran, ihnen neue Perspektiven zu eröffnen. Unser Ziel ist es, nicht nur Unterbringung zu organisieren, sondern echte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen.“
Mit der nun beschlossenen Lösung schafft die Stadt Groß-Umstadt eine verlässliche Grundlage für eine zeitgemäße und verantwortungsvolle Unterbringung – verbunden mit dem klaren Anspruch, Wohnungslosigkeit nach Möglichkeit zu beenden und nicht nur zu verwalten.



