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Neue Querungshilfe über die L3115 in Richen verbessert Verkehrssicherheit

Neue Querungshilfe über die L3115 in Richen verbessert Verkehrssicherheit

In Groß-Umstadt-Richen steht seit dieser Woche eine neue Querungshilfe über die Landesstraße L3115 zur Verfügung. Damit wird die Verkehrssicherheit für Fußgängerinnen und Fußgänger deutlich verbessert – insbesondere für Schulkinder aus dem nördlich der Landesstraße gelegenen Wohngebiet auf ihrem Weg zur Ernst-Reuter-Schule.

Die Landesstraße L3115 durchquert Richen und verbindet die Ortsteile Semd und Klein-Umstadt. Bisher konnte sie innerhalb der Ortslage nur an der Hauptstraße beziehungsweise an der Altheimer Straße überquert werden, da sich dort Ampelanlagen befinden. Für viele Kinder bedeutete dies einen deutlichen Umweg auf ihrem Schulweg. Die neue Querungshilfe schafft nun eine direkte und deutlich sicherere Möglichkeit, die Straße zu überqueren. „Der Wunsch nach einer sicheren Querungsmöglichkeit an dieser Stelle wurde in Richen über viele Jahre immer wieder geäußert. Mit der Umsetzung dieser Maßnahme schaffen wir nun eine zusätzliche sichere Überquerungsmöglichkeit und verbessern insbesondere den Schulweg für viele Kinder deutlich“, sagt Bürgermeister René Kirch.

Der Wunsch nach einer Querungshilfe besteht bereits seit den 1980er-Jahren. Bürgerinnen und Bürger aus Richen sowie der Ortsbeirat hatten sich damals erstmals für eine sichere Überquerungsmöglichkeit an dieser Stelle eingesetzt. Im Zuge der Dorferneuerung wurde das Thema 2016 erneut aufgegriffen und durch den zuständigen Fachbereich der Stadtverwaltung geprüft. Damals lag eine erste Kostenschätzung bei rund 35.000 Euro. In den Jahren 2018 und 2019 wurde das Projekt weiterverfolgt; dabei wurden Stellungnahmen der beteiligten Behörden eingeholt, darunter die Nahverkehrsorganisation Dadina, die untere Verkehrsbehörde, die Polizei sowie Hessen Mobil.

Eine erste Ausschreibung im Jahr 2021 ergab Baukosten von rund 170.000 Euro. Der Magistrat hob diese Ausschreibung zunächst auf, da die Kosten damals als zu hoch bewertet wurden. Eine erneute öffentliche Ausschreibung im Jahr 2024 bestätigte jedoch ein ähnliches Kostenniveau. Angesichts der Bedeutung für die Verkehrssicherheit wurde schließlich die Umsetzung beschlossen. Für das Projekt waren im Haushalt vorsorglich 250.000 Euro eingestellt. Die tatsächlichen Baukosten belaufen sich nun auf rund 195.000 Euro. Der Baubeginn erfolgte im Juli 2025. Ursprünglich sollte die Maßnahme bis November 2025 abgeschlossen sein. Witterungsbedingte Verzögerungen sowie unerwartete bauliche Gegebenheiten im Untergrund führten jedoch zu einer späteren Fertigstellung.

„Bei Bauarbeiten im Straßenraum stößt man immer wieder auf Strukturen oder Leitungen, die in älteren Bestandsplänen nicht vollständig dokumentiert sind“, erläutert Frank Möllmann aus der Tiefbauabteilung der Stadt. In diesem Fall wurde ein Regenwasserrückhaltebauwerk entdeckt, mit dem in der Planung nicht gerechnet worden war. Deshalb musste der Straßenaufbau auf einer Länge von rund fünf Metern angepasst werden, wodurch zusätzliche Kosten von etwa 25.000 Euro entstanden.

Im Zuge der Bauarbeiten wurde außerdem ein weiterer Abschnitt des Gehwegs vom Pappelweg bis zum Westring gepflastert, der bislang noch unbefestigt war. Dadurch verbessert sich auch die fußläufige Verbindung im angrenzenden Wohngebiet. Da ausschließlich die Stadt Groß-Umstadt die Notwendigkeit dieser Querungshilfe gesehen hat, konnten für die Maßnahme keine Fördermittel in Anspruch genommen werden.

Von der neuen Querungshilfe profitieren künftig nicht nur Schülerinnen und Schüler der Ernst-Reuter-Schule, sondern auch Anwohnerinnen und Anwohner sowie Besucherinnen und Besucher des nahegelegenen Sportplatzes des TSV Richen. „Solche Maßnahmen tragen dazu bei, dass Wege im Alltag sicherer werden – für Kinder auf dem Schulweg ebenso wie für Menschen, die zu Fuß im Ort unterwegs sind“, so Bürgermeister René Kirch. Mit der Fertigstellung der Querungshilfe endet eine lange Planungsphase und ein Anliegen der Richer Bürgerschaft, das über viele Jahre hinweg immer wieder an Politik und Verwaltung herangetragen wurde.