Leben in Groß-Umstadt

Wenn der Herbst kommt

Mit kleinen Gesten Tieren helfen

Mit kleinen Gesten Tieren helfen

Die Tage werden kürzer, die Temperaturen sinken langsam, aber sicher und die Natur verändert ihr Gesicht. Für viele Tiere beginnt jetzt eine wichtige Zeit: Sie suchen Nahrung, geeignete Rückzugsorte und geschützte Plätze für die kalte Jahreszeit. Mit ein wenig Rücksicht können Bürgerinnen und Bürger der heimischen Tierwelt dabei helfen, gut durch den Herbst und Winter zu kommen.

So zieht es beispielsweise manche Spinnen bei kühleren Temperaturen vermehrt in unsere Häuser. Auch wenn der Anblick eines achtbeinigen Mitbewohners nicht jedem angenehm ist, lassen sich die Tiere meist problemlos und tiergerecht wieder nach draußen bringen. Mit einem Spinnenfänger oder einem Glas und einem Stück Papier kann die Spinne vorsichtig eingefangen und an einem geschützten Platz, etwa unter einem Busch oder in einer Hecke, wieder ausgesetzt werden. Wer Angst vor Spinnen hat, muss dies selbstverständlich nicht selbst tun – vielleicht kann eine Nachbarin, ein Nachbar, ein Familienmitglied oder ein Freund helfen.

Noch besser ist es, den kleinen Besuchern gar nicht erst den Weg ins Haus zu ermöglichen. Ritzen, Spalten und kleine Öffnungen an Fenstern, Türen und Hauswänden können kontrolliert und gegebenenfalls abgedichtet werden. Fliegengitter an Fenstern und Balkontüren helfen ebenfalls.

Doch nicht nur Spinnen sind im Herbst auf unsere Rücksicht angewiesen. Igel suchen jetzt nach Nahrung und geeigneten Verstecken für ihren Winterschlaf. Laubhaufen, Reisig und naturbelassene Bereiche im Garten können wertvolle Rückzugsorte sein. Wer seinen Garten im Herbst aufräumt, sollte daher möglichst nicht jede Ecke vollständig „ordentlich“ machen. Gerade unter Laub, Ästen und in dichtem Bewuchs finden viele Tiere Schutz.

Auch Vögel profitieren von einem naturnahen Garten. Beerentragende Sträucher, verblühte Stauden und Samenstände bieten Nahrung, während Hecken und Gehölze Schutz und Rückzugsmöglichkeiten schaffen. Wer Vögel füttert, sollte auf eine geeignete, hygienische Futterstelle und passendes Futter achten.

Auch für Insekten kann der Herbstgarten einiges bereithalten. Verblühte Pflanzen müssen nicht sofort zurückgeschnitten werden. Ihre Samen dienen Vögeln als Nahrung, und hohle Stängel sowie Laub können verschiedenen Insekten als Unterschlupf dienen. Ein wenig „Unordnung“ in der Natur ist daher oft genau das Richtige.

Dabei gilt: Nicht jedes Wildtier, das im Herbst unterwegs ist, braucht menschliche Hilfe. Viele Tiere haben sich perfekt an die Jahreszeit angepasst und kommen selbstständig zurecht. Bevor ein Tier aufgenommen oder versorgt wird, sollte deshalb genau hingeschaut werden. Bei offensichtlich verletzten oder hilfsbedürftigen Wildtieren können fachkundige Wildtierstationen oder andere geeignete Anlaufstellen weiterhelfen.

„Der Herbst lädt dazu ein, die Natur vor der eigenen Haustür einmal mit anderen Augen zu betrachten. Oft sind es schon kleine Veränderungen, mit denen wir Tieren helfen können: ein liegen gelassener Laubhaufen, eine Hecke, die nicht komplett zurückgeschnitten wird, oder ein Spinnenfänger statt des Staubsaugers“, so der Hinweis der Stadt Groß-Umstadt.

Mit etwas Rücksicht und einem naturnahen Blick auf den eigenen Garten können wir der heimischen Tierwelt wertvolle Lebensräume erhalten. Was für uns vielleicht nach weniger Ordnung aussieht, kann für ein Tier ein wichtiger Unterschlupf, eine Nahrungsquelle oder sogar ein Überwinterungsplatz sein.

Die Stadt Groß-Umstadt wünscht allen Bürgerinnen und Bürgern einen schönen, bunten und tierfreundlichen Herbst.