Leben in Groß-Umstadt

„Unbeliebte Naturbewohner“

Humorvolle Tafeln machen auf Müll im Wald aufmerksam 

„Unbeliebte Naturbewohner“: Humorvolle Tafeln machen auf Müll im Wald aufmerksam 

Mit einem Augenzwinkern gegen achtlos entsorgten Abfall in der Natur: In Groß-Umstadt informieren besondere Tafeln über die Hinterlassenschaften menschlicher Besucher.

Wer im Wald unterwegs ist, begegnet mitunter ungewöhnlichen Naturbewohnern. Dazu zählen allerdings nicht nur Tiere und Pflanzen, sondern auch achtlos zurückgelassene Abfälle. Mit humorvoll gestalteten Informationstafeln macht die Stadt Groß-Umstadt auf dieses Problem aufmerksam.

Unter dem Titel „Unbeliebte Naturbewohner“ werden Verpackungen, Flaschen, Masken und andere Abfälle kurzerhand zu vermeintlichen Arten mit wissenschaftlich anmutenden Namen erklärt. Die Tafeln versehen die Fundstücke mit fantasievollen Bezeichnungen wie „Kleiner Schluckspecht“, „Pappiges Becherlein“ oder „Maultäschle“ und geben jeweils eine ebenso erfundene Lebensdauer an. So wird beispielsweise eine Getränkedose zum „Blauen Dunstling“, der angeblich zwei bis sieben Jahre in der Natur verbleibt.

Hinter der humorvollen Gestaltung steckt eine ernste Botschaft: Müll gehört nicht in den Wald. Die ungewöhnliche Darstellung soll die Aufmerksamkeit der Spaziergängerinnen und Spaziergänger wecken, zum Schmunzeln anregen und gleichzeitig dafür sensibilisieren, welche Spuren menschliches Verhalten in der Natur hinterlässt und vor allem wie lange Müll benötigt, bis die Natur ihn abgebaut hat.

Die Idee zu den Tafeln brachte Kurt Glogner vom BUND Groß-Umstadt aus dem Schwarzwald mit. Dort hatte er vergleichbare Darstellungen gesehen, die nun auch in Groß-Umstadt eingesetzt werden. Bereits an mehreren Standorten sind die Schilder zu finden, darunter am Rödelshäuschen, am Parkplatz Binselberg, am Waldparkplatz Hainrich und am Parkplatz Kellergrund. Eine weitere Tafel soll am Waldparkplatz „Kleine Zinshecke“ aufgestellt werden.

Dazu Bürgermeister René Kirch: „Umweltschutz kann so einfach sein; Wer seinen Müll aus dem Wald wieder mitnimmt, leistet schon einen wichtigen Beitrag. Die Tafeln erinnern daran mit einem Augenzwinkern – und genau das finde ich gelungen. Ich bin dem BUND und besonders Kurt Glogner dankbar, dass sie die Idee nach Groß-Umstadt gebracht haben und sie gemeinsam mit uns umsetzen. Ein Dank gilt auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadtverwaltung und des Bauhofs, die die Schilder aufgestellt haben und sich darum kümmern, dass die Mülleimer gepflegt und regelmäßig geleert werden. Wir Erwachsenen sind dabei auch Vorbilder für die Kinder. Die Bitte ist also humorvoll gemeint, aber durchaus ernst: Nehmen Sie Ihren Müll wieder mit. Am Ortsrand gibt es in der Regel öffentliche Mülleimer.“

Die Tafeln setzen bewusst auf Humor statt auf erhobene Zeigefinger. Sie machen neugierig, laden zum Lesen ein und vermittelt eine klare Botschaft: Wer die Natur besucht, sollte sie so hinterlassen, wie er sie vorgefunden hat – ohne Müll.